Am Stand sitzen und ab und zu vorbei Laufenden einen Flyer in die Hand drücken? Pustekuchen! Intensive Gespräche, inspirierende Vorträge und Workshops, Kennenlernen und aktives Netzwerken mit neuen Verbündeten – das war der Fachkongress „Zukunft gestalten – Knotenpunkt Familienzentrum?!“ am 5. Juni 2024 in Essen. Die Servicestelle ElternChanceN war dabei und präsentierte gemeinsam dem Projekt Bochumer Netzwerk und dem Konsortium Elternchance das ESF Plus- Bundesprogramm.
Im Fokus des Kongresses standen die Familienzentren, deren Rolle als wichtige Unterstützungsstruktur für Kinder und Eltern und deren Zukunft.
Prof. Dr. Maywald gab einen Überblick über die diametralen Gegensätze und die Spannungsfelder, in welchen sich Familien und Fachkräfte heute bewegen – in kurzen Schlagworten und Impressionen:
Kinder heute: größer, frühreifer und schlauer – Kindheit heute: viel länger als noch vor 2 Generationen, die sozioemotionale Entwicklung braucht nicht nur genauso viel und sogar noch mehr Zeit! Die Eltern: so schlau, informiert und aufgeklärt wie nie zuvor – und gleichzeitig: maximal verunsichert. Die Brücke zum Thema Kinderrechte: von der „elterlichen Gewalt“ (bis 1980) zur „Elterlichen Verantwortung“ (seit der Sorgerechtsreform 1980) hin zur „Elterlichen Verantwortung“ (aktuell). Heute: Verschiebung von den akuten hin zu den chronischen Erkrankungen, von den somatischen hin zu den psychischen Störungen. Auf individueller Ebene möglich: die Bewirkung von Verhaltensänderungen (durch z. B. pädagogische Fachkräfte und Angebote!), aber diese stoßen immer auch an Grenzen – es braucht auch die „Verhältnisprävention“, die Änderung von Lebenswelten (durch z.B. kommunale Präventionsketten!). „Prävention als unser Aller Sehnsucht!“ – mit diesen Worten beschrieb Herr Maywald sicherlich ganz treffend die Motivation der Zuhörenden im Saal.
Die Dokumentation der Diskussionsforen und Workshops erfolgt im Nachgang zum Fachkongress und wird auf der Seite der Familienzentren NRW veröffentlicht (https://familienzentrum.nrw.de/kongress-2024).
Unsere Fundstücke für Sie – ganz subjektiv (!) und ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aus Sicht des ESF Plus-Bundesprogramms ElternChanceN:
- Thema Gesundheit: FrühstArt (UK Köln) – Ziel des Projektes ist, Familien mit Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren mit Übergewicht zu begleiten (in und um Köln herum). Kern des Projekts sind speziell ausgebildete Coaches. Diese beraten die betroffenen Familien gemeinsam mit Kinder- und Jugendarztpraxen dabei, eine gesunde Lebensweise in ihren Alltag zu integrieren. Es werden noch Familien für die Teilnahme gesucht! www.fruehstart.uni-koeln.de, Kontakt: fruehstartprotect me ?!uk-koelnprotect me ?!.de
- Die Stiftung Zuhören setzt sich ein für eine zuhörfreundliche Gesellschaft – denn gutes Zuhören ist die Grundlage für Weltverstehen, Dialogfähigkeit und die Gestaltung unseres Miteinanders. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse mit praktischer Erfahrung mit viel Freund werden vereint und auch den Kindern auf spielerische Art und Weise beigebracht: https://www.stiftung-zuhoeren.de/
- Sprachbrücken – die Sprachbildung steht im Fokus beim Übergang Kindertagesstätte und Grundschule. Die Bildungseinrichtungen vernetzten sich und gestalten den Übergang gemeinsam: https://isa-muenster.de/arbeitsbereiche/kinder-und-jugendhilfe/fruehkindliche-foerderung/netzwerke-sprachenbruecken-dortmund/
- kukita. Künstler*innen in die Kita - hier handelt es sich um das Basiswissen Frühkindliche Kulturelle Bildung: https://kulturellebildung.de/kurse/kukita-kuenstlerinnen-in-die-kita-basiswissen-fruehkindliche-kulturelle-bildung-2/
Viele Elternbegleiter:innen fanden auf dem Fachtag vielseitige Informationen, Angebote und Impulse, um zum Wohlergehen der Familien und zur Bildungsbegleitung und damit zur Verringerung von ungleichen Bildungschancen, Armutsrisiken und sozialer Ausgrenzung beitragen zu können. Bochum hat sich gefreut, dabei gewesen zu sein.