Der Duft von Kaffee und Zimt liegt in der Luft, während draußen der Schnee langsam schmilzt, arbeiten drinnen 13 Köpfe an gemeinsamen Ideen. In den Räumen des Deutschen Kinderschutzbundes Kreisverband Sächsische Schweiz-Osterzgebirge e.V. fand das zweite Kooperationstreffen des ElternChanceN-Netzwerks statt.
Auf Einladung der Netzwerkkoordinatorin Bettina Götze kamen leitende Fachkräfte aus Gemeinden, Kitas, Horten und Grundschulen des Landkreises zusammen, um sich über Erfahrungen, Herausforderungen und Perspektiven der Elternbegleitung auszutauschen.
Anschaulich gestaltete Flipcharts boten den Rahmen für einen Rückblick auf Meilensteine und Stolpersteine seit Projektstart im Sommer 2025. Das dreiköpfige ElternChanceN-Team stellte unter anderem die Ergebnisse einer Befragung von Eltern und Fachkräften aus Kitas, Schulen und Horten vor. Diese machte deutlich, vor welchen Herausforderungen Familien im Alltag stehen und wie schwierig es oft ist, die Anforderungen von Familie, Beruf und Erziehung „unter einen Hut“ zu bekommen.
Ramiza Rönitzsch bringt eine zentrale Herausforderung auf den Punkt: „Die meisten kommen erst, wenn es akut wird.“
Die Elternbegleiterinnen Hanna Geist und Ramiza Rönitzsch, die kürzlich ihre Qualifizierung abgeschlossen haben, berichteten von ihren Erfahrungen. Für beide war die Weiterbildung eine wertvolle Auffrischung – besonders bereichernd empfanden sie den Austausch mit anderen Teilnehmenden über Projektideen.
Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist geprägt von einem weiträumigen, überwiegend ländlichen Gebiet. Lange Wege und eingeschränkte Erreichbarkeit erschweren es vielen Familien, Unterstützungsangebote wahrzunehmen. Umso größer ist der Bedarf an offenen, niedrigschwelligen und wohnortnahen Angeboten, die Eltern stärken und den Dialog zwischen Bildungseinrichtungen und Elternhaus fördern. Genau hier setzt das ElternChanceN-Netzwerk an: In Kooperation mit mehreren Grundschulen unterstützt es Eltern dabei, die Entwicklung ihrer Kinder aktiv zu begleiten und ihre Erziehungskompetenzen zu stärken.
Zum Abschluss des Treffens fand Bettina Götze eindringliche Worte mit der „Geschichte vom Seestern und dem kleinen Unterschied“. Sie erinnert daran, dass auch kleine Beiträge Großes bewirken können – besonders für jedes einzelne Kind und jede einzelne Familie.
Das nächste Kooperationstreffen ist für Mai 2026 geplant. Dann feiert das ElternChanceN-Netzwerk im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sein einjähriges Bestehen.
Die Geschichte vom Seestern und dem kleinen Unterschied
„Ein alter Mann geht bei Sonnenuntergang den Strand entlang. Er beobachtet vor sich einen jungen Mann, der Seesterne aufhebt und ins Meer wirft. Er holt ihn schließlich ein und fragt ihn, warum er das denn tue. Der junge Mann antwortet, dass die gestrandeten Seesterne sterben, wenn sie bis Sonnenaufgang hier liegen bleiben. „Aber der Strand ist kilometerlang und tausende Seesterne liegen hier. Was macht es also für einen Unterschied, wenn Du Dich abmühst?“, sagt der alte Mann. Der junge Mann blickt auf den Seestern in seiner Hand und wirft ihn in die rettenden Wellen. Er schaut den alten Mann an und sagt: „Für diesen hier macht es einen Unterschied.“ - Eine Geschichte von William Ashburne“
Zum Steckbrief des ElternChanceN-Projektes im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge