Das „Schiffchen“ ist seit vielen Jahrzehnten ein beliebter Treffpunkt in Meißen. Direkt an der Elbe und vor den Toren der Altstadt gelegen, kehren hier Wandernde und Radfahrende ein, um sich für die nächste Etappe zu stärken.
Die passende Kulisse also für ein Treffen, bei dem es um die nächste Etappe der Elternbegleitung ging: Im „Schiffchen“ kamen die vier ElternChanceN-Projekte aus Sachsen zusammen, um Ideen und Strategien für die Verstetigung der Elternbegleitung auszutauschen.
Dank der großartigen Vorbereitung des gastgebenden ElternChanceN-Teams Annegret Müller und Stephanie Stolze vom Gemeinnützigen Sozialen Förderkreis GSF e. V. war der Austausch strukturiert, praxisnah und erkenntnisreich.
Perspektiven wechseln und neue Fragen stellen
Schon im Vorfeld hatten die Koordinatorinnen sowie Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter den aktuellen Stand ihrer Netzwerkarbeit auf Flipcharts festgehalten, bspw. politischer Rückhalt in der Kommune, Verankerung in Regelstrukturen, Sichtbarkeit und Wirkungsnachweis nach Außen. Beim gemeinsamen Austausch ging es anschließend darum, bewusst die Perspektive zu wechseln und neue Fragen an die eigene Arbeit zu stellen, u.a.:
- Wer in der Kommune würde sich am meisten darüber freuen, wenn Elternbegleitung verstetigt wird – und warum?
- Welche Gremien und Netzwerke können wir für die Verstetigung nutzen?
- Was würden Eltern sagen, wenn man sie fragt, was Elternbegleitung für sie bedeutet?
- Was würde einer außenstehenden Journalistin an unserer Arbeit als Erstes auffallen?
Die Fragen öffneten den Blick über die tägliche Projektarbeit hinaus: Wem müssen wir von der Wirkung der Elternbegleitung erzählen? Wo wird über ihre Zukunft entschieden? Und welche Geschichten machen sichtbar, was Elternbegleitung für Familien tatsächlich bewirkt?
Wirkung sichtbar machen und politische Kontakte stärken
Am Ende des Treffens standen konkrete nächste Schritte. Die Projekte wollen künftig mehr Erfolgsgeschichten sichtbar machen, ihre Pressearbeit ausbauen und noch gezielter in kommunalen Gremien über die Wirkung von Elternbegleitung informieren.
Eine Frage beschäftigte die Runde dabei besonders: Wie gelingt es, kommunale Spitzenpolitikerinnen und -politiker parteiübergreifend für die Verstetigung der Elternbegleitung zu gewinnen?
Aufgabenfelder der Elternbegleitung
- Elternkompetenz stärken – Wissen zu Bildung und Förderwegen vermitteln
- Bildungsoptionen eröffnen – gezielte Angebote zur Bildungswegbegleitung
- Teilhabe fördern – Barrieren erkennen und abbauen
- Vielfalt anerkennen – unterschiedliche Lebensentwürfe wertschätzen
- Zusammenarbeit stärken – Erziehungs- und Bildungspartnerschaften fördern
- Netzwerke bilden – Kooperation mit Kinder- und Jugendhilfe sowie Bildungsinstitutionen
- Neues entwickeln – bedarfsgerechte Formen der Zusammenarbeit mit Eltern
Fazit: Elternbegleitung ermöglicht einen leichten Zugang zu Bildung und Teilhabe. Elternbegleitung kann Familien frühzeitig stärken, andere Hilfesysteme entlasten und langfristig zu mehr sozialer Teilhabe und einem guten Zusammenleben beitragen.
Damit diese Arbeit auch über die aktuelle Förderperiode hinaus Wirkung entfalten kann, braucht es kommunale Partnerinnen und Partner, die ihren Wert erkennen und sich für eine nachhaltige Verankerung einsetzen.
Die vier sächsischen ElternChanceN-Projekte sind dafür gut aufgestellt. Das Regionaltreffen hat gezeigt: Jetzt heißt es Ärmel hochkrempeln, Wirkung sichtbar machen und gemeinsam die nächste Etappe angehen.
Die vier ElternChanceN-Projekte in Sachsen
- Stadtverwaltung Auerbach/Vogtland: „ElternChanceN Aktiv – Eltern begleiten, Kinder stärken“ Zum Projektsteckbrief
- Deutscher Kinderschutzbund KV Sächsische Schweiz-Osterzgebirge e. V.: „ElternChanceN – mit Elternbegleitung Familien stärken in Dippoldiswalde“ Zum Projektsteckbrief
- Gemeinnütziger Sozialer Förderkreis GSF e. V.: „Starke Bande – Netzwerk für starke Familien in Meißen“ Zum Projektsteckbrief
- Landratsamt Mittelsachsen, Abteilung Jugend und Familie: „Netzwerk Elternbegleitung Mittelsachsen Nord/Süd“ Zum Projektsteckbrief